
Strukturierte Ausleitungsstrecken mit wenig Restwasser können gleichwertige, oft sogar bessere
Fischhabitate als Vollwasserstrecken bieten
von Manfred Lüttke und Johannes Prinz Oktober 2001
Nach gängiger Meinung wird die Qualität einer Ausleitungsstrecke von der Menge, also dem Volumen der verbleibenden Rest- oder Mindestwassermenge bestimmt.
Naturschutz und Fischerei überbieten sich oft in ihren Forderungen nach höheren Mindestwassermengen. Dabei entsteht mitunter der Eindruck, dass die Höhe der geforderten Dotierungen weniger an den Bedürfnissen der Ökologie, sondern in erster Linie an der Zielsetzung orientiert ist, die Wasserkraftnutzung auszuschließen.
Tatsächlich wird die Qualität einer Ausleitungsstrecke in erster Linie von deren Struktur, von der Wassertiefe und vor allem von der Anzahl der vorhandenen oder angebotenen Fischunterstände bestimmt. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, dann sind auch geringere Mindestwassermengen völlig ausreichend.
Die Besiedlungsdichte sowohl der kleinen- wie auch der großen Mittelgebirgsgewässer wird aber weniger von der Wassermenge, sondern in erster Linie von der Gewässerstruktur, der Anzahl der Unterstände und vom Nahrungsangebot bestimmt.
Dies wird durch die in der Folge beschriebene Untersuchung erneut bestätigt.
Quelle Wasserkraftverband.de

